Mehr Schutz und Teilhabe für Sexarbeitende

(August 2026)

Mehr Schutz und Teilhabe für Sexarbeitende (August 2026)

Die „Initiative Schutz und Respekt für Sexarbeitende“ hat ein umfassendes Papier zur Weiterentwicklung des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) vorgelegt. Grundlage sind die Ergebnisse der bundesweiten Evaluation des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die deutliche Schutzlücken und strukturelle Hürden für Sexarbeitende aufzeigt. Die Initiative fordert einen menschenrechtsbasierten Regulierungsansatz, der Selbstbestimmung, Sicherheit und gesundheitliche Versorgung in den Mittelpunkt stellt.

Sexarbeit sei vielfältig und werde von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Geschlechtsidentität und Lebenslagen ausgeübt. „Diese Realität muss endlich im Gesetz ankommen“, betont Sabine Reeh‑Bender, Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Sexarbeitende TAMAR und Vertreterin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen im Arbeitskreis der Initiative.

Auch die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen unterstützt die Reformvorschläge. Geschäftsführerin Birgit Reiche betont: „Sexarbeitende haben ein Recht auf Sicherheit, Gesundheit und Selbstbestimmung. Ein modernes Gesetz muss ihre Lebensrealitäten ernst nehmen und ihnen Zugang zu Beratung und Unterstützung ermöglichen – ohne Angst vor Stigmatisierung oder Sanktionen.“

Die Initiative spricht sich klar gegen Modelle der Kriminalisierung aus. Ein Sexkaufverbot sei weder rechtlich geboten noch wirksam im Kampf gegen Menschenhandel. Stattdessen brauche es konsequente Strafverfolgung bei Ausbeutung und Gewalt sowie die Beteiligung der Betroffenen selbst. „Wer über Sexarbeit spricht, muss Sexarbeitende einbeziehen – und zwar ohne Diskriminierung und mit echter Mitsprache“, heißt es im Papier der Initiative.

Die vorgeschlagenen Reformen setzen auf einen Perspektivwechsel: weg von ordnungsrechtlicher Kontrolle, hin zu Schutz, Teilhabe und Respekt.

Hintergrund:

Mitgliedsorganisationen der Initiative sind: 

Amnesty International, bufaS e.V., Deutsche Aidshilfe, Deutscher Frauenrat, Dortmunder Mitternachtsmission, Evangelische Frauenhilfe in Westfalen, SKF – Gesamtverband sowie Wissenschaftler*innen der Otto‑von‑Guericke‑Universität.

Das Papier zur Weiterentwicklung des ProstSchG im Wortlaut findet sich unter www.frauenhilfe-westfalen.de/news_2026/beitrag-zur-weiterentwicklung-des-ProstSchG_Initiative_2026.pdf .

 

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