(Juni 2026)
„Mut hat viele Gesichter“ – mit diesem Satz brachte eine Teilnehmerin der Frauenreise „Finde den Mut zu leben!“ auf den Punkt, was die Gruppe Anfang Juni im St. Antoniushaus in Vechta erlebte. Zehn Frauen kamen dort zusammen, um sich unter der Leitung von Hildegard Blanke mit Fragen des Aufbruchs, der Veränderung und der inneren Stärke auseinanderzusetzen. Die Tage boten eine dichte Mischung aus fachlichen Impulsen, spirituellen Momenten und Naturerfahrungen, die den Teilnehmerinnen neue Perspektiven eröffneten.
Gleich zu Beginn führte die Gerontologin Janin Devers aus dem Projekt „Selbstgestalter“ in das PERMA‑Modell nach Martin Seligman ein und zeigte anhand praktischer Übungen, wie Mut und Wohlbefinden zusammenhängen können. Ein Ausflug zum MUT‑Weg in Dinklage vertiefte das Thema auf künstlerische Weise: Acht Skulpturen des Designers Alfred Bullermann, entstanden aus Gedanken von Schülerinnen und Schülern, machten sichtbar, wie unterschiedlich Mut verstanden und gelebt wird.
Auch spirituelle Impulse prägten die Reise. Bei einer Führung durch die Benediktinerinnenabtei im Kloster Scholastika ging es um die Frage, welche Formen von Mut im klösterlichen Alltag bedeutsam sind. Der Film „Solo Mio“ setzte einen kulturellen Akzent und zeigte, wie ein Mensch nach einer Enttäuschung neuen Lebensmut finden kann. Die Leiterin des Antoniushauses, Petra Focke, stellte zudem mutige Persönlichkeiten wie Maria Montessori, Nelson Mandela oder Astrid Lindgren vor und eröffnete damit weitere Zugänge zum Thema.
Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag von Jens König‑Upmeyer aus der Akademie Stapelfeld. Unter dem Titel „Vögel in der Bibel“ näherte er sich dem Thema Mut über biblische Bilder. „Die Taube sagt: Hoffnung beginnt leise“, erklärte er – ein Gedanke, der viele berührte und in der abschließenden Meditation nachklang.
Tägliche achtsame Wanderungen durch die Wälder und Wiesen rund um Vechta boten Raum, das Gehörte zu vertiefen und die Natur als Kraftquelle zu erleben. Die Küche des Antoniushauses sorgte für genussvolle Pausen, während kurze Gebetseinheiten in der Kapelle den Tagen eine ruhige Struktur gaben. Abends kamen die Frauen zu offenen Gesprächen zusammen, in denen persönliche Erfahrungen geteilt und neue Gedanken angestoßen wurden. „Ich gehe mit dem Gefühl, gestärkt und inspiriert in den Alltag zurückzukehren,“ meinte eine Teilnehmerin zum Abschied.
Die evangelische Erwachsenenbildung der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. ist Regionalstelle des Ev. Erwachsenenbildungswerkes Westfalen und Lippe, der anerkannten Einrichtung der Weiterbildung nach dem Weiterbildungsgesetz NRW im Trägerverein Ev. Erwachsenen- und Familienbildung Westfalen und Lippe e.V.