Dokumentation

Eröffnung Gewaltschutz-Zentrum in Soest | 27.02.2026

Gewaltschutz-Zentrum in Soest

Grußwort
Angelika Waldheuer

Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen

Sehr geehrte Wegbereiter*innen,
sehr geehrte Wegbegleiter*innen,
liebe Gäste,

heute ist ein Tag der Freude, der Dankbarkeit und auch der Zuversicht. Hinter uns liegen Monate intensiver Arbeit – Monate des Planens, des Bauens, des Abwägens und Entscheidens. Doch vor allem liegen hinter uns Monate gemeinsamen Engagements für ein Ziel: Frauen und ihren Kindern Schutz, Sicherheit und neue Perspektiven zu ermöglichen.

In der ehemaligen Tagungsstätte der EFHiW ist ein Ort entstanden, der Hoffnung trägt. 3 Ein-Raum- und 13 Zwei-Raum-Apartments bieten künftig Schutz und Geborgenheit – ausgestattet mit Wohn- und Schlafbereich, Kitchenette und Bad. Vier dieser Apartments sind barrierefrei gestaltet: zwei für Rollstuhlnutzerinnen, eines für Frauen mit Sehbehinderung und eines für Frauen mit Hörbeeinträchtigung.

Mit der Verdoppelung unserer Plätze von 8 auf 16 setzen wir ein deutliches Zeichen. Wir erweitern das Schutz- und Unterstützungsangebot für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder im Kreis Soest erheblich und kommen dem nach der Istanbul-Konvention ermittelten Bedarf ein großes Stück näher. Doch hinter diesen Zahlen stehen Schicksale, Geschichten, Hoffnungen.

Frauen, die Gewalt erfahren haben, brauchen mehr als ein Dach über den Kopf. Sie brauchen einen geschützten Raum – zum Ankommen, zum Durchatmen, zum Kraftschöpfen. Sie brauchen Menschen, die zuhören, begleiten und stärken. Genau das soll dieses Haus sein: ein Ort der Sicherheit, der Würde und des Neubeginns.
Mit der „Villa Kunterbunt“ erhalten auch die Kinder und Jugendlichen ihren eigenen geschützten Bereich – mit Spiel-, Bewegungs- und Ruheräumen, mit altersgerechten Sanitäranlagen und einem Außengelände. Denn auch sie tragen Erfahrungen mit sich, die gesehen und aufgefangen werden müssen.
Eine eigene Beratungsetage unterstützt Frauen in allen Fragen rund um Gewalt- und Krisensituationen. Dort sind auch die Beratungsstelle TAMAR sowie die Frauenberatung Soest untergebracht.

Mein tief empfundener Dank gilt allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben: den engagierten Mitarbeitenden, allen Beteiligten in Planung und Umsetzung, den politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie den Spenderinnen und Spendern. Sie alle haben mit Überzeugung, Ausdauer und Herz dazu beigetragen, dass aus einer Vision Wirklichkeit geworden ist.

Ihr Engagement zeigt: Gewaltschutz ist keine Aufgabe Einzelner. Er ist Ausdruck unserer gemeinsamen Verantwortung – und unseres gemeinsamen Werteverständnisses.

Als Vorsitzende der EFHiW erfüllt es mich mit großer Dankbarkeit und auch mit Stolz, dieses Zentrum heute eröffnen zu dürfen. Möge es für viele Frauen und Kinder ein Ort werden, an dem sie Schutz finden, Vertrauen zurückgewinnen und den Mut entwickeln, ihren eigenen Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu gehen.

Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam dafür einstehen, dass Schutzräume wie dieser selbstverständlich werden – als sichtbares Zeichen einer solidarischen, gerechten und gewaltfreien Gesellschaft.
Denn eine Gesellschaft zeigt ihre Stärke nicht darin, dass Gewalt geschieht – sondern darin, wie entschieden sie den Betroffenen Schutz und Hoffnung schenkt. Ich danke Ihnen.